5. Überblick über die Medien

Werbefernsehen
Sehr breit streuendes Medium. Praktisch jeder Haushalt verfügt über mindestens ein TV-Gerät.
Dank multisensualer Ansprache (Bild, Bewegung, Sprache, Musik) geeignet für Demonstrationen, führt zu raschem Bekanntheitsaufbau. Information erfolgt in häuslicher Umgebung, oft in der Gruppe (= Einkaufseinheit). Hat im Medienmix psychologisch das stärkste Gewicht, Firmen die im Fernsehen werben gelten fast automatisch als bedeutend.
Zielgruppenselektion durch Wahl von Sendezeit und -gefäss bedingt möglich (im Wesentlichen aber ganze Sprachregion).

Presse
Publikumszeitschriften

Meist ebenfalls über eine ganze Sprachregion verbreitet und für nationale Werbung geeignet. Differenziertere Zielgruppenansprache als bei TV (Familien, Frauen, Altersgruppen). Themenbezogene Plazierungen möglich.

Fachzeitschriften
Sehr gezielte Ansprache, spezifische Interessengruppen werden in einem adäquaten Umfeld erreicht (bestimmtes Hobby, Branche). Plazierungmöglichkeiten weniger ausgeprägt.

Tageszeitungen
Aktuelles und traditionelles Medium mit hohem Informationsgehalt, Selektion vor allem nach geographischen Gesichtspunkten. Basismedium im Regionalbereich. Rasche Verfügbarkeit, geeignet für aktuelle Angebote. Vielfältige Formatmöglichkeiten.

Lokalzeitungen
Medium mit der stärksten Leserbindung, intensive und regelmässige Nutzung durch die Abonnenten. Bald die letzte Möglichkeit für kleinräumig genau abgegrenzten Werbeeinsatz ohne Streuverlust. Weniger Konkurrenzdruck für die einzelnen Inserate.

Die Qualität der Werbeberührung ist bei Presseerzeugnissen abhängig davon, ob es sich um einen bewusst gewählten Titel, Pflichtlektüre oder eine unverlangte Gratispublikation handelt. 
Ein allgemeiner Vorteil von Zeitungen und Zeitschriften ist, dass der Leser ein Inserat wann, wo und solange er will betrachten kann.

Aussenwerbung
Plakate, Werbung auf/in Verkehrsmitteln, Gebäudebeschriftungen. 
Flüchtige Passantenkontakte beim Vorbeigehen oder -fahren. Botschaft muss innert Sekunden übermittelt werden. Geeignet als ergänzende Erinnerungswerbung.

Kino
Hohe Aufmerksamkeit, da kaum Ablenkung. Erreicht vorwiegend ein jüngeres, städtisches Publikum. Lokale Selektion durch Belegung einzelner Kinos möglich. Meist werden Dias eingesetzt. Von multinationalen Anbietern auch aufwendige Filmproduktionen.
Eher oberflächlich genutztes Unterhaltungs- und Informationsmedium, daher häufige Wiederholung der Spots nötig. Zielgruppenselektion nur nach Sendegebiet. Rasch verfügbar für aktuelle Appelle. Zusatzmedium im lokalen/regionalen Bereich.

Teletext
Individuell abrufbar, aktuell, konzentriertes Interesse. Zielgruppenfilterung durch Plazierung auf entsprechenden Seiten. Beschränkte Gestaltungsmöglichkeiten.

Internet
Interaktiv und individuell nutzbares Kommunikationsinstrument, rund um die Uhr und weltweit verfügbar. Genaues Erfassen der Nutzung möglich. Zunehmende Akzeptanz auch als Einkaufsmedium.

Ladenwerbung
Ein «Medium», das oft etwas vernachlässigt wird, dabei kann es durch einen letzten Impuls die übrigen Werbebemühungen am Verkaufspunkt aktualisieren und den Kauf auslösen. Mittel dafür sind Dekorationen, Aktionsplakate, Lautsprecherdurchsagen, Videofilme. Info-Ecken (z.B. mit interaktiven Computerterminals).

Direktwerbung
Unterschieden werden muss zwischen adressierter und unadressierter Direktwerbung. Wurfsendungen/Verteilungen lassen sich wiederum nur geografisch steuern, von gesamtschweizerisch bis auf ein einziges Quartier oder einen bestimmten Parkplatz beschränkt, während beim adressierten Versand (entsprechendes Adressmaterial vorausgesetzt) die am feinsten abgestuften Möglichkeiten zur Zielgruppenauswahl bestehen.
Direktwerbung bietet auch die vielfältigsten Präsentations- und Gestaltungsmöglichkeiten, vom einfachen Flugblatt über den Hochglanzprospekt bis zum mitgelieferten Muster oder Geschenk und der Information auf DVD.
Eine Mischform ist die Beilage. Dabei wird die Verteilleistung einer Zeitung/Zeitschrift genutzt, das Angebot aber auf einem eigenen Träger (spezielles Papier, besondere Farben etc.) dargestellt.

Messen / Ausstellungen
Geben einen Überblick über ganze Wirtschaftszweige. Sie gestatten die umfassendste Präsentation und Demonstration (live oder über Bild-/Tonträger) des Angebots. Allerdings mitten in der Konkurrenz, weshalb folgende Anforderungen erfüllt sein sollten:

Blickfang muss selektiv wirken (Herausfiltern des Zielpublikums aus der Besuchermasse)
Ware steht im Mittelpunkt
Werbematerial unterstützt die Primärwirkung der Ware
Gespräch kumuliert diese Wirkung
Atmosphäre stimuliert die Kaufbereitschaft

Ausstellungen sind teuer. Neben der eigentlichen Standgestaltung ist deshalb dem unterstützenden Werbematerial, der Vorbereitung und Nachbearbeitung von Kontakten Beachtung zu schenken.